© 1998-2004
R/C Web Austria
|
|

|
High Tech - Low Price, das macht Spaß!
|
|
XRay T1R-Raycer
|
|

|
Vernünftig
gespart oder Einstiegsdroge wären ebenfalls passende Titel gewesen
- jedenfalls ist Team XRay mit dem T1R wieder ein toller Wurf gelungen.

Serpent
Austria als Generalvertretung hat uns dieses "Einsteigermodell" zum
Test zur Verfügung gestellt und wir haben uns diese Gelegenheit
nicht entgehen lassen.
Die Schachtel alleine ist eigentlich schon eine kleine Geschichte wert...
|
|
Die
Box alleine ist schon eine "Wucht" - und der Inhalt steht dem
Erscheinungsbild in nichts nach. Das Chassis liegt ist teilweise
vormontiert, die notwendigen Teile sind in - nach Baugruppen -
numerierten Plastiksäckchen eingeschweisst. Zwei große
Bögen mit Klebebildern sind ebenso enthalten wie eine
ausführliche Bauanleitung und die sehr empfehlenswerte Tuning- und
Einstellhilfe in Form einer handlichen Broschüre.
Natürlich ist auch das Dämpferöl, etwas Silikonfett und eine Garnitur Felgen beigepackt.
Für
den Renneinsatz - und für alles andere ist der Racer eigentlich zu
schade - fehlen also nur die Elektronik (Fernsteuerung, Motor, Akkus)
und die Reifen. Das kostet zwar noch einmal einige Euro, aber
dafür kann man ganz gezielt zu dem Material greifen, das in der
jeweiligen Klasse erlaubt und/oder bewährt ist.
|

|
|

|
Inhalt und Aufbau: Wie
schon gesagt, handelt es sich bei T1R um die Basisversion des
bewährten und erfolgreichen XRay T1 - eines reinrassigen Elektro
Rennmodells, das in vielen Fachmagazinen als hochwertiges
"Designermodell" beschrieben wurde.
Abgesehen von den guten Fahrern, die für den Gewinn eines
EM-Titels oder einer nationalen Meisterschaft notwendig sind, ist aber
auch das entsprechende Material nicht zu vergessen.
Und in diesem Punkt kann auch schon die Basisversion mit vielen edlen
Teilen glänzen - im wahrsten Sinn des Wortes, wenn man sich die
sauber gefrästen Aluteile anschaut. |
|
Der Racer glänzt aber auch im übertragenen Sinn des
Wortes, wenn man den vielen kleinen Details Beachtung schenkt, die zeigen, dass schon bei der Konstruktion echte
Profis am Werk waren. So sind in der Chassiswanne aus Kunststoff die
Aussparungen für Saddle Pack Akkus bereits mitgeformt. Aber nicht
nur das, die Schlitze sind in der Mitte etwas breiter, damit die Akkus
zwar sauber aufliegen, trotzdem aber vom Fahrtwind gekühlt werden
können.
Die Bohrungen für die Befestigungsschrauben sind natürlich versenkt,
die Schrauben selbst sind durchwegs Senkkopfschrauben mit
Innensechskant. Kleiner Wermutstropfen: Der passende Inbusschlüssel aus
dem Hudy-Sortiment liegt leider nicht bei. Die Anschaffung dieses
hochwertigen Werkzeugs lohnt sich aber in jedem Fall, nicht nur durch
längere "Lebensdauer" der Schraubenköpfe, sondern auch durch präzises
Arbeiten am Modell - sei es nun Zusammenbau oder Service.
Auf dem nebenstehenden Bild sind
auch die angeformten Versteifungen des Chassis zu erkennen, die zur
kontrollierten Gewichtsverteilung und zur Führung der
Kühlluft verwendet werden.
Noch gar nicht erwähnt habe
ich, dass es sich beim XRay T1R um eine Modell mit Zwei-Riemen Antrieb
handelt - schließlich muss ja nicht jeder den T1 kennen. Die
Riemenspannung kann durch Exzenter in den Lagerböcken in mehreren
Stufen verstellt werden. Ein Riemenspanner ist daher nicht notwendig.
Die ersten Fahrtests haben auch
gezeigt, dass sich im normalen Rennbetrieb - zum Beispiel beim FCA -
die Dehnung (und Abnutzung) der Riemen kaum bemerkbar macht. Mit
wirklich heißen Tuningmotoren mag das vielleicht anders sein.
Dank des sehr leichtgängigen Antriebs reicht - jedenfalls für
den Hobbyfahrer - ein guter, zerlegbarer Motor mit 17 Windungen aus, um
auch auf Rennstrecken gute Rundenzeiten zu erreichen.
|


|
|


|
Abmessungen und
Aufbau:
Mit einer Breite von 190 mm und einem verstellbaren Radstand von 252 bis 261 mm ist auch der Raycer ein ganz "normaler" Tourenwagen im Maßstab 1/10.
Bei
den Details unterscheidet er sich allerdings zum Teil sehr deutlich von
seinen "Kollegen". Das beginnt schon bei der Bauanleitung, die mit den
vielen Computer generierten Zeichnungen kaum Fragen offen lässt.
Dazu kommt das wirklich empfehlenswerte Set Up Booklet, in dem nicht
nur die Einstellungen und deren Auswirkungen erklärt werden,
sondern auch Grundeinstellungen genau vorgegeben werden. Aber
auch bei den verwendeten Materialien sind ungewöhnliche
Lösungen angesagt. Die sehr leichtgängigen und von
außen einstellbaren(!) Kugeldifferentiale haben
faserverstärkte Kunststoff Outdrives.
Bei
den Antriebsteilen kommen nicht nur sehr gute Materialien zum Einsatz,
auch die Verarbeitung zeigt die langjährige Erfahrung von Team
XRay bei der Verarbeitung von hochwertigen Teilen für
Modellrennwagen. Die Antriebsachsen aus Federstahl und die sehr exakten
Gelenke sorgen - neben dem cleveren "Schutz" - für nahezu
unzerstörbare Kardanwellen.
Karosserien:
Der verstellbare Radstand erlaubt die Verwendung von praktisch allen
190 mm breiten Karosserien. Zur Abwechslung habe ich einmal etwas
anderes ausprobiert, nämlich eine Opel Vectra von Protoform.
|
|
Fahrtest:
Mit
der Grundeinstellung - also so wie es in der Anleitung angegeben ist -
bin ich dann auf die Strecke gegangen. Vorher hatte ich allerdings noch
Slickreifen von Ride aufgeklebt und montiert. Und natürlich auch
die notwendige Elektronik eingebaut. Vor den Saddle Packs ist zwar
nicht üppig viel Platz in der Chassiswanne, aber die heute
üblichen Komponenten finden durchaus damit ihr Auslangen. Und wenn
es sich gar nicht anders machen lässt, kann man den Empfänger
ja auch auf dem Servo montieren.
Der KoPropo Empfänger hat aber noch Platz genug für den
SPIRIT Regler von Robitronic gelassen. Und für meine
Ansprüche - und den Fun Cup - ist ein Motor mit 17 Windungen
gerade richtig, also wurde der bewährte Stratos 17x2 von Peak
Performance eingebaut.
Bei recht kühlem Wetter und entsprechend kalter Fahrbahn sind dann
die ersten Tests abgelaufen. Die Reifenwahl war entsprechend schwierig,
aber schon bei wenig Grip war leicht festzustellen, dass der Ra(y)cer
seinem Namen alle Ehre macht. Der Grip hätte zwar wirklich besser
sein können, aber selbst unter diesen Bedingungen war das
Fahrverhalten sehr neutral und gut kontrollierbar.
Der Antrieb läuft sehr leicht und auch sehr leise., die schmalen
Leichtlaufriemen zeigten trotzdem praktisch keine
Abnutzungserscheinungen.
Bemerkungen:
Die
Einstellung nach Anleitung funktioniert sehr gut - auch mit einer
"etwas anderen" Karosserie. Jedenfalls war auch mit der Nissan ein sehr
neutrales Fahrverhalten gegeben.
Die
Reifenwahl spielt eine entscheidende Rolle wenn es um "Grip" auf der
Strecke geht - vor allem, wenn die Bedingungen nicht gerade ideal sind.
Daher
ist es kein großer Schaden, dass dem Baukasten keine Reifen
beiliegen. Das "Fehlen" des hochwertigen Werkzeugs von Hudy ist da
schon bedauerlicher.
|

|
 |
Fazit:
Der XRay T1R ist ein sehr gutes Basismodell mit ausgezeichneter
Verarbeitung und das zu einem überraschend günstigen Preis!
Auch wenn man zum Betrieb (= Renneinsatz) noch in entsprechend gute
Komponenten investieren sollte, kann man mit dem Raycer recht
günstig in die Rennszene einsteigen.
Neben dem tollen Modell bekommt man auch noch eine sehr gute Anleitung
und - vor allem - eine wertvolle Hilfe bei der Abstimmung des Fahrwerks
in Form des sehr ausführlichen Set Up Booklets. In diesem
handlichen Büchlein sind alle Möglichkeiten zur Abstimmung
beschrieben, die das Modell überhaupt erlaubt. Und das sind so
ziemlich alle, die man sich überhaupt vorstellen kann:
Beginnend
mit der Justage der Fernsteuerung und der Wahl der richtigen
Übersetzung, über dir Einstellung und Überprüfung
der Differentiale, die Wahl der Federn und der Dämpfereinstellung,
Tipps zur Wahl der Reifen, der Einlagen und des Haftmittels, Hinweise
zur Aerodynamik und der Karosserie, zu den Auswirkungen von Federweg,
Bodenfreiheit, Lenkung, Sturz, Nachlauf, Vorspur, Anti-Squat
und Radstand.
All diese Einstellungen lassen sich am besten mit einem Einstell Set
durchführen und überprüfen. Aber auch mit einfacheren
Mitteln kommt man zu guten Ergebnissen - genaues Arbeiten vorausgesetzt.
Und die "Kontrolle" der Einstellarbeit und deren Auswirkungen erfolgt
ohnehin am besten auf der Strecke. Das ist nicht nur, was im Endeffekt
zählt, sondern das macht auch am meisten Spaß.
Zwar kommt man dann manchmal auch vom richtigen Weg ab - bis man sich
eben an das beste Set Up herangetastet hat. Das ist immerhin eine gute
Ausrede, wenn man wieder einmal von der Strecke abgekommen sein sollte.
In den meisten Fällen liegt es nämlich am Fahrer - und nicht
am RC-Car, wenn es nicht ganz so läuft, wie geplant (ich spreche
hier aus langjähriger Erfahrung) ;-) .
|
|

|
|
Maßstab und Klasse:
1/10 Tourenwagen
Antrieb: 4WD-Antrieb über 2 Riemen, 2 Kugeldifferentiale
Länge. 440 mm
Breite: 190 mm
Radstand: einstellbar von 252-261 mm
Spurweite vorne/hinten: 164/166 mm
Reifendurchmesser vorne/hinten: 64/64 mm
Reifenbreite vorne/hinten: 24/24 mm (Ride CR-02)
Bodenfreiheit: 5/6 mm
Fahrwerk: Einzelradaufhängung mit doppelten Querlenkern
Ölgefüllte Dämpfer und Schraubenfedern
Wannen-Chassis mit Versteifungen
Motor: Elektromotor Peak Performance Stratos 17x2
Elektronik:
Drehknopf-Sender KoPropo Mars EX-1, Lenkservo Futaba RS-9302, elektronischer Regler Robitronic SPIRIT,
Akku: Robitronic Sanyo 3300HV NiMH Saddle Pack
Karosserie:
Protoform Vectra
Richtpreis für den Baukasten (ohne Elektronik, Karosserie und Reifen) - € 220,-
|
|

Die Produkte von Xray und Hudy (Werkzeug) sind bei der Generalvertretung und ausgewählten Händlern zu bekommen. Tipps
zu Elektro-Modellen und Näheres zu Rennterminen
des
FCA - Fun Cup Austria findet man in den Foren des www.rc-web.at.
[psr 2004]
|
|
|