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HPI Racing   

Klein, aber richtig fein! 

LRP-HPI RS4micro - Porsche 911 turbo

HPI RS4micro

LRP electronic

LRP hat seit längerer Zeit die Generalvertretung für HPI in Deutschland und Österreich.

Und HPI hat schon immer ausgezeichnete und auch oft ungewöhnliche Modellautos hergestellt. Eines davon ist dieses technische Wunderwerk im Maßstab 1:18 - genannt HPI RS4micro.

 

Die kleinen Flitzer sind zwar nur etwas mehr als halb so groß wie die bekannten Tourenwagen der RS4-Serie, haben aber trotzdem 4WD. Und auch vom Aussehen her stehen sie den großen Brüdern in nichts nach - wie man am nebenstehenden Bild leicht erkennen kann.

Die Frage, die sehr bald auftaucht, ist die nach der entsprechenden Rennstrecke. Die Antwort darauf ist nicht ganz leicht, weil die "micros" - wie sich später bestätigen sollte - recht flott bewegt werden können. Wohnzimmer der üblichen Größe sind daher wesentlich zu klein, soll das Potential der Kleinboliden halbwegs ausgefahren werden.

 

 

 

Inhalt:  

Die Verpackung hat einen praktischen Tragegriff und ist gar nicht "micro" - ganz im Gegenteil. Sie ist angenehm groß und kann später dann nicht nur das fertig gebaute Modell, sondern noch eine ganze Menge nützliches Zubehör aufnehmen. Man hat damit den Rennstall praktisch verpackt und kann alles notwendige leicht zur Rennstrecke mitnehmen. 

Nach dem Öffnen findet man - sauber in gekennzeichneten Plastiksäckchen verpackt - alle notwendigen Einzelteile, die den kleinen Allradler entstehen lassen. Natürlich liegt auch eine Bedienungsanleitung bei und ist eine klare Lexankarosserie - in meinem Fall ein Porsche 911 turbo - mit den entsprechenden Klebebildern und auch mit passenden Scheibenabklebern enthalten.

Auch ein Motor der Baugröße 180 liegt bei, die restliche Elektronik ist allerdings nicht enthalten. Für das Testmodell hat LRP aber gleich einen passenden Regler - LRP Quantum micro Reverse -  und auch einen 6 zelligen Akku mitgeschickt.

Empfänger und Servo stammen aus dem "Lager" - und sind normale Komponenten, wie sie auch in anderen RC-Cars verwendet werden können. Beim Servo habe ich zu einem Exemplar ohne Befestigungswinkel gegriffen, weil damit die Lenkung ungehinderter "arbeiten" kann.

 

Aufbau: Der Zusammenbau geht sozusagen klassisch vor sich. Einziger nennenswerter Unterschied sind die kleineren Bauteile und das dazu notwendige Werkzeug. Wie immer empfiehlt sich die Verwendung von hochwertigen Schraubendrehern, damit die kleinen Schräubchen nicht schon bei der ersten Montage den "Kopf verlieren".

Zuerst wird das hintere Kegelrad-Differential, die Hinterachse und der Motorträger zusammengebaut. Die Kugellager für die Hinterachse (und auch alle anderen drehenden Teile) liegen dem Baukasten bereits bei!

Die Hinterachseinheit wird dann mit Senkkopfschrauben auf der Bodenplatte aus schwarzem Epoxy befestigt. Es folgt der Batteriehalter, der sowohl 4 Zellen der Größe AA (= Mignon) als auch der Größe AAA (= Lady) aufnehmen kann. Zusätzlich ist eine Halteplatte beigelegt, die ein verlötetes 5- oder 6-zelliges Akkupack aufnehmen kann. Dank der cleveren Konstruktion ist der schnelle Wechsel der "Batteriebox" oder des Akkuhalters kein Problem.

Zum Einbau der Elektronik wird ein "Werkzeug" mitgeliefert, das die genaue Positionierung des Servos erleichtert, denn das Lenkgestänge ist wirklich Millimeter Arbeit. Die Vorderachseinheit mit dem zweiten Kegelrad-Differential ist etwas kniffliger. Vor allem das Differential verlangt genaues arbeiten - und exakte Einhaltung der Bauanleitung! Sollte das Differential nicht wirklich leicht laufen, besser gleich noch einmal probieren, der spätere Ausbau ist doch recht aufwändig.

Vor dem Einbau der vorderen Kardangelenke muss der Riemen zwischen hinteren und vorderem Differential eingelegt werden. Der Zusammenbau der Radioplatte und die Fertigstellung der vorderen Aufhängung sind dann wieder recht einfach. Auch wenn eben alles nur etwa halb so groß wie beim "normalen" Tourenwagen ist. 

Die Hinterachse stützt sich mit einem Federbein gegen die Radioplatte ab. Zur Anpassung an verschiedene Strecken und Motor/Akkukombinationen liegen dem Kit mehrere Motorritzel und eine hilfreiche Tabelle bei, die auch Auskunft über die ungefähre Fahrzeit gibt.

Abmessungen: Der Radstand ist mit 140 oder 150 mm - je nach Baukasten und Karosserie - festgelegt. Die Breite kann durch variable Montage der Felgen zwischen 97 und 109 mm eingestellt werden.

 

HPI RS4micro Hinterachse

Blick auf die Hinterachse

HPI RS4micro Vorderachse

Blick auf die Vorderachse

Dodge Viper

Dodge Viper (140 mm)

Mercedes CLK-DTM

AMG-Mercedes Benz CLK-DTM (150 mm)

Lamborghini Murcielago

Lamborghini Murcielago (150 mm)

 

Karosserien: Durch die Popularität des RS4micro sind bereits jede Menge unterschiedlicher Karosserien erhältlich

-        von Dodge Viper für 140 mm Radstand # 7601

-        über BMW M3 für 150 mm Radstand # 7602

-        Dodge Stratus für 140 mm Radstand # 7606

-        und New Beetle für Radstand 140 mm # 7607

-        bis zum brandneuen Lamborghini Murcielago # 7615

-        oder dem Nissan Silvia GT # 7617

Die komplette Liste findet man natürlich im Internet auf der Website von HPI-Europe > www.hpi-europe.com oder auf der amerikanischen Website von HPI > www.hpiracing.com

Jedenfalls sollte sich für jeden Geschmack etwas finden lassen - und auch die Zubehörfirmen haben bereits Gefallen an den Micros gefunden und stellen ausgefallenere Karosserien für den kleinen RS4 her - vor allem LeMans-Rennwagen sind gefragt und werden auch angeboten (Toyota GT1, Audi LM...).

Fahrtest:  

Da man Wohnzimmer den üblichen Abmessungen entspricht, habe ich es gleich gar nicht probiert, mit Probefahrten die Standfestigkeit der Möbel und die Nerven meiner Frau zu testen, sondern bin an einem schönen Nachmittag nach Grafenwörth auf die Strecke des RCC-DarkDog gefahren.

Der erste Gedanke ist zwar "das ist ja viel zu groß" - aber da ich weiss, dass bereits rund ein Dutzend Klubmitglieder dort mit RS4micros fahren, wollte ich das auch probieren.

Auch hatte "streetspec" beim ersten FCA-Lauf ja die Herausforderung (der Strecke  *g*) angenommen und seinen kleinen Stratus recht hurtig um den Kurs bewegt. Was sollte also schief gehen? Selbst wenn keiner der "micro-SPezialisten" anwesend sein sollte, hätte ich ja schon aus dem Internet die richtigen Tipps für die Abstimmung gefunden.

Ich wollte aber zuerst einmal die Baukastenausführung probieren, bevor ich mich ans Tuning machen würde. Und selbst in der Grundversion ist das putzige Modell durchaus gut fahrbar. 

Die Reifen aus dem Baukasten sind - vor allem an der Hinterachse - zwar etwas zu hart, daher neigt der micro zum Übersteuern (naja, ein Porsche macht das angeblich im "richtigen" Leben auch). Aber mit den weichen Reifen hinten, den Baukastenreifen vorne (aber bitte ordentlich festkleben!) und dem 6-zelligen Akku geht es schon ganz schön flott voran. Trotzdem beträgt die Fahrzeit mit einer Akkuladung immer noch rund 20 Minuten. 

Tipps:

Je nach Strecke sind verschiedene Reifenkombinationen empfehlenswert. Auf asphaltierten Rennstrecken hat sich die Kombination der harten Vorderreifen aus dem Baukasten mit den breiten weichen Hinterreifen bewährt. Auf Teppich (Nadelfilz) ist auch die Kombination der Baukastenreifen vorne und hinten eine gute Wahl.

Für geübtere Fahrer sollte der Tuningmotor (oder ein ähnlicher Typ aus dem Elektroflug Bereich) für mehr Top Speed sorgen. Erstaunlicherweise liegt die Fahrzeit mit den Tuningmotoren immer noch jenseits der 10 Minuten - dabei sollten aber besser nur 5-zellige Akkupacks verwendet werden. 

Besseres Fahrverhalten verspricht das optionale Kugeldifferential an der Hinterachse und der Freilauf statt des vorderen Differentials. Dann sollten aber auch die verstärkten Kardanwellen verwendet werden, vor allem wenn Tuningmotoren eingebaut sind. 

 

Explosionszeichnung RS4micro

RS4micro Akkus

HPI RS4micro Porsche 911 turbo

Fazit: Der kleine HPI RS4micro mag zwar am Anfang nicht für voll genommen werden - aber nach dem ersten Fahrversuch wird aus dem mitleidigen Lächeln schnell ein erstauntes und freundliches Grinsen werden, das man gar nicht mehr so schnell aus dem Gesicht bekommt.

Trotz der geringen Abmessungen ist der Micro nämlich ein vollwertiges und renntaugliches RC-Car. Das Problem an der ganzen Sache ist eher, dass auch der Platzbedarf für "ordentliche" Rennen total unterschätzt wird. Und leider sind auch Steinchen, wie sie auf Parkplätzen kaum zu vermeiden sind, einem flotten Fortkommen nicht gerade förderlich. Die Federung des Mini-Boliden schluckt zwar erstaunlich gut die kleineren Wellen einer Rennstrecke, aber mit den "Felsbrocken" im Maßstab 1:18 hat sie verständlicher Weise doch ziemliche Probleme. Wenn also keine Rennstrecke in der Umgebung zu finden ist, die als Übungsgelände genutzt werden kann, sollte jedenfalls ein geeigneter Besen mitgenommen werden, um die "kleinen Hindernisse" schnell beseitigen zu können.

RS4micro Porsche 911 turbo

Maßstab und Klasse: 1/18 Tourenwagen mit 4WD-Antrieb über 1 Riemen
Antrieb: Elektromotor 180
Länge. 353 mm
Breite: 107 mm
Radstand: 140  mm
Spurweite vorne/hinten: 77/77 mm
Reifendurchmesser vorne/hinten: 34/34 mm
Reifenbreite vorne/hinten: 14/18 mm
Bodenfreiheit: 4 mm 
Fahrwerk: Einzelradaufhängung mit doppelten Querlenkern vorne, Doppel-T-Bar mit zentraler Feder hinten
Platten-Chassis mit Radioplatte, 2 Kegelrad-Differentiale

Elektronik: KOpropo Mars EX-1, Robbe mini-R2 Empfänger, LRP Quantum micro Reverse Regler, Servo Tamiya S-148, 
Akku: 4 x Sanyo NiCd 700 mAh oder LRP MicroPack HiVolt-plus 7,2 V/1000 mAh 

Karosserie: Porsche 911 turbo klar, mit Klebebildern und Scheibenabklebern 

HPI wird von LRP importiert und sollte - so wie die zahlreichen Zubehör- und Tuningteile - im guten Fachhandel erhältlich sein. Nähere Informationen dazu - und ein Händlerverzeichnis nach Postleitzahlen geordnet - findet man auf der Website von LRP electronic. Die letzten News, eine Liste der Karosserien, der Tuningteile sowie Tipps und Anleitungen sind auf der Website von HPI-Europe zu finden.

RS4micro - LRP-HPI

  [psr 2003]

 

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