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Schön rot und schön schnell!

Kyosho Mini-Z MR02 - Ferrari Enzo

Das ist wahrscheinlich das Mini-Z Modell, das wirklich jeder haben MUSS. Der "Enzo" ist einfach schön! Zugegeben, ich habe mich an die eigenwillige Linienführung auch erst gewöhnen müssen, aber wenn man diese Phase des Zweifels einmal hinter sich hat, dann...
...ja dann MUSS man ihn haben!

Wenn man dann vielleicht auch noch Ferrari-Fan ist, dann sogar in allen verfügbaren Maßstäben - dazu aber in einem anderen Testbericht mehr.

Als an Technik Interessierter (um es einmal ganz vorsichtig auszudrücken) habe ich natürlich auch Näheres zum neuen Mini-Z Chassis wissen wollen. Und da dass MR-02 - wie es offiziell heisst - jetzt auch schon einige Zeit am Markt ist, war es auch nicht schwer, die eigenen Erfahrungen mit Berichten in diversen Foren "abzugleichen" und zu ergänzen.

Inhalt:

Die Präsentation des kleinen Enzo ist überzeugend. Kein großer Pomp, aber auch nicht gerade Understatement.

Aber ein Ferrari bleibt eben ein Ferrari - selbst wenn es nur im Maßstab 1:27 ist. Nicht umsonst ist Kyosho stolz darauf, die offizielle Lizenz für dieses Modell zu haben. Und darum ziert auch die Unterschrift des "großen alten Mannes" den Hintergrund der Schachtel, in der der "rote Renner" geliefert wird.

In der coolen rot/weißen Schachtel findet man aber neben dem schon genannten RC-Car auch noch
- den Sender
- ein paar Kleinteile (Akku Klipse,...)
- kleine "Hütchen" für die Streckenbegrenzung...



Der Sender ist ein von KOpropo für Kyosho gefertigtes Modell einer Drehknopfanlage. Die Quarze der 27 MHz-Anlage (AM) sind natürlich austauschbar, es können also jedenfalls 6 Modelle gleichzeitig gefahren werden.

Der hübsch gestylte Drehknopf ist zwar nur aus Kunststoff - also ohne Gummiauflage - aber trotzdem recht griffig. Die Anordnung der zusätzlichen Einstellregler ist ungewöhnlich, aber nicht unpraktisch.

Der Trimmregler für die Lenkung ist direkt über dem Drehknopf angeordnet (im Foto verdeckt), die Trimmung für vorwärts/rückwärts und die Dualrate für die Lenkung (= Lenkbegrenzung) sind unter einer Klappe links neben dem Drehknopf zu finden.

Auf der Rückseite - über dem Abzug für Gas und Bremse ist dann nach ein "Umschalter" für 50/50 oder 70/30 Gasweg zu finden.

Aufbau: Das neue Chassis weist doch einige deutliche Unterschiede auf. Die wichtigste Neuerung ist wohl die Anordnung der Akkus (oder Batterien). Durch die Anordnung nebeneinander kann der Schwerpunkt deutlich gesenkt werden - und das kommt der Straßenlage sehr zu Gute.


Auch die Anordnung des Motors vor der Hinterachse und die breitere Spur tragen dazu bei, dass der Enzo recht satt auf der Straße liegt.

Und nicht zuletzt wird die Hinterachse des MR-02 von einem zusätzlichen Federbein abgestützt - damit ist das H-Plättchen etwas entlastet und die Dämpfung kann auch noch mit Silikonöl beeinflusst werden.

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Karosserie:

Die Mini-Z Karosserien haben sich ja auch bisher schon durch Detail getreue Nachbildung von bekannten, schönen  und/oder bemerkenswerten Modellen ausgezeichnet. Mit dem Enzo von Ferrari ist aber doch noch einmal eine Steigerung gelungen.

Das liegt nicht nur am neuen "Gloss Coat", einem Verfahren zur Oberflächenbehandlung der Karosserie, das eine besonders haltbare und hochglänzende Schicht ergeben soll. Das Ferrarirot des kleinen Enzo wirkt jedenfalls so echt, dass man gerne einsteigen würde... (naja, würde man wahrscheinlich auch gerne, wenn es weniger echt wäre).

Aber auch die anderen Details sind als sehr gelungen zu bezeichnen. Die aggressive Front, die irgendwie an die Formel 1-Boliden aus dem gleichen Haus erinnern soll, die großen Kühlluftöffnungen mit den Auslässen auf der vorderen Haube, die Heckschürze (der Diffusor) mit den Luftleitstegen, die hochgesetzten Heckleuchten oder die verchromten Auspuffrohre.

Natürlich sind auch die Felgen mit den Niederquerschnittsreifen dem Original sehr genau nachgebildet - wenn man ganz genau schaut, stören nur die Radmuttern ein wenig die perfekte Optik.

Dafür stimmen aber die Details, wie das springende Pferd auf der Motorhaube und am Heck, der "Ferrari"-Schriftzug und das "Enzo"-Nummernschild wieder sehr genau mit dem Vorbild überein - wenn man den Fotos des Originals trauen darf. In natura habe ich ja noch keinen Enzo bewundern können.
Die Liebe zum Details geht sogar so weit, dass "echte" Rückspiegel montiert sind!


Für die Modellfanatiker besteht natürlich die Möglichkeit, einen kompletten Beleuchtungssatz nachzurüsten. Ich habe mir das erspart, nicht zuletzt, weil ich mich doch immer noch eher zu den "Racern" zähle - und auch, weil ich meine Fahrweise sehr gut einschätzen kann.

Damit komme ich zum Fahrtest:
Mangels geeigneter Teststrecke zu Hause - die vielen Sesselbeine, Kästen und Türstaffel, die noch dazu gerne unvermittelt in die Fahrbahn springen ;-) haben mich doch sehr um den Zustand der Karosserie fürchten lassen -, habe ich mich entschlossen, die Fahrtests auf einer Indoor-Strecke mit Nadelfilzbelag durchzuführen.

Die 11 m lange Gerade mit einer Breite von über 1 m hat einerseits die recht hohe Endgeschwindigkeit des Enzo gezeigt. Die 90 Grad-Kurve am Ende der Geraden dann aber noch einen weiteren Vorteil des MR-02.

Die verbesserte Elektronik hat nämlich (ähnlich wie beim Mini-Z Formel 1) eine elektronische Bremse. Die Umschaltung auf rückwärts erfolgt erst nach dem Stillstand des Fahrzeugs. Ein ganz wesentlicher Vorteil, wenn man "zu schnell" zu einer schwierigen Passage kommt. Das Verzögern kann nämlich sehr gezielt und ohne Gefahr des "Eindrehens" erfolgen.

Die gute Beschleunigung gepaart mit der breiten Spur und den relativ griffigen Baukastenreifen sorgten dann auch auf Anhieb für gute Rundenzeiten, bessere als mit einem MR-01 so leicht zu erreichen sind. Außerdem vermittelt das MR-02 durch die vielen Detailverbesserungen ein besseres Fahrgefühl - siehe oben.



Fazit: Ein tolles Modell von Kyosho - das dem tollen Original von Ferrari in vielen Punkten entspricht oder nahe kommt. Dabei würe ich nicht ungern die Fahrleistungen des Originals ebenfalls probieren. Rein zu Vergleichszwecken natürlich.

Wenn da der "webmaster" was organisieren könnte...   ;-))

Der Kleine Enzo macht jedenfalls mächtig Spaß, wenn er auf einer ausreichend glatten (und griffigen) Strecke bewegt wird. Die neue Elektronik, das geänderte Chassis mit dem tieferen Schwerpunkt und der breiteren Spur sorgen für ein deutlich einfacher zu fahrendes Modell und damit auch für schnellere Rundenzeiten. Und in kritischen Situationen hilft die gut dosierbare Bremse auch das Schlimmste zu verhindern.

Was - abgesehen von den Akkus für Fernsteuerung und Antrieb - fehlt, ist eigentlich nur ein "Putztüchlein" zur Entfernung der störenden "Fingertapper" von der Karosserie   :-))

Inzwischen sind auch weitere Karosserievarianten - teilweise auch mit geänderter Motoranordnung - erhältlich. Neben einigen Varianten des Honda NSX, des Toyota MR-Z und des Nissan Skyline GT-R aus der japanischen Rennszene sind auch weitere Ferrarimodelle dabei (Maranello, F-50...). Also Vorsicht! Es könnte zur Sucht werden...


Maßstab und Klasse: 1/27 Mini-Z mit Heckantrieb
Motor: Elektromotor der Größe 130
Länge: 175 mm
Breite: 80 mm
Radstand: 97 mm
Spurweite vorne/hinten: 64/65 mm
Reifendurchmesser vorne/hinten: 24,5/24,5 mm
Reifenbreite vorne/hinten: 8/11 mm
Bodenfreiheit: 4 mm
Monocoque-Chassis
Fahrwerk: einzeln gefederte Achsschenkel vorne und
Pendelachse mit H-Plättchen und Federbein hinten

Elektronik: Kyosho CRP-Einheit mit 27 MHz-AM Empfänger Mini-Servo und FET-Regler (Receiver Unit RA-4 by KOpropo)
Akku: 4 x GP 1,2 V/800 mAh NiMH (AAA)
Gewicht rennfertig: 181 g

Karosserie: Enzo (licensed by Ferrari)

Richtpreis für komplettes Set etwa € 179,-


Der Kyosho Mini-Z Enzo wurde dem rc-web.at von Kyosho/D zur Verfügung gestellt und ist im guten Fachhandel erhältlich.


Weitere Informationen auf der Website von
www.kyosho.de , auf der MicroSpeed-Website und im Microspeed Forum von rc-web.at.

[paul 2004]

 

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