Schöne Bekehrung - oder "back to the roots"
könnte sich – zumindest teilweise – wieder an seine Wurzeln zurück erinnert haben, als das hier vorgestellte "Team Kit" entstanden ist. Wobei einerseits die Verwandtschaft zum durchaus erfolgreichen S8BX Verbrennerbuggy nicht zu leugnen ist. Andererseits aber die Wurzeln von LRP doch eindeutig im Bereich Elektro liegen.
Aber spätestens der zweite Blick zeigt ja, dass hier kein Nitro-Modell in der Verpackung zu erwarten ist, sondern ein elektrisch angetriebener 1:8 Buggy mit 4WD enthalten ist.
Auch in der Seitenansicht zeigt die Verkabelung – und der "fehlende" Kühlkopf – dass hier die Power aus elektrischer Energie kommt. Beim Testmodell sind zwar Brushless System und Akkus nicht enthalten, inzwischen sind aber zwei weitere Versionen des S8BXe auf dem Markt, die bereits ein Antriebs Set (natürlich Brushless!) enthalten.
Die andere Seitenansicht mit der Überschrift "Special Features" enthüllt dann eine ganze Menge Details zum Team Kit, einem Baukasten mit recht hohem Qualitätsanspruch. Die Unterschiede zu den beiden neueren Versionen folgen gegen Ende dieses Berichts.
Schon einmal vorweg ein paar "Specials" des Team Kits:
– Pivot Ball Aufhängung und schöne, blau eloxierte Radmitnehmer aus Alu an der Vorderachse
– Öldämpfer mit "Socken" zum Schutz der Kolbenstangen
– Querstabilsatoren an beiden Achsen
– 3 abgedichtete Kegelrad Differentiale
– ein Vector 8 genannter Brushless Motor (der am Bild aber noch aus einer Vorserie stammt) mit dem dazu passenden Brushless Regler (nur im RTR- und im BND-Kit enthalten)
– ein sehr cleverer Kabelkanal zum Schutz der Servokabel
– die Hinterachse mit "reactive castor", was man mit "mitlenkend" übersetzen könnte
– Halterung für 2 x 2s Lipo Packs
– großvolumige Gewindedämpfer mit Alugehäuse
– Kardan Antriebswellen an beiden Achsen
– keine(!) E-Clipse an den Querlenkerachsen
– und Scheibenräder mit Kamikaze Offroad Reifen von LRP/VTEC.
Die genaue Baubeschreibung hier nachzubeten hat wenig Sinn, denn das team Kit ist nicht gerade für Einsteiger ins Hobby gedacht. Und beim Zusammenbau unterscheiden sich Kits ja nicht sooo stark, darum nur ein paar Highlights. Eines der netten Details ist die "Füllschraube" in den Diffgehäusen, die das Einsetzen der Mitnehmerstifte wesentlich erleichtert, ein kleineres Getriebegehäuse möglich macht und auch noch zum Nachfüllen oder Tauschen des Differentialöls (ohne Ausbau und Zerlegen des Diffs) dienen kann.
Und auch gleich ein Verbesserungsvorschlag: Die Anleitung enthält zwar eine genaue Auflistung der für jeden Bauabschnitt erforderlichen Teile, aber eine Abbildung der Schrauben in Originalgröße würde den – häufigen – Griff zur Schiebelehre ersparen.
Für einen Elektrobuggy recht ungewöhnlich ist das Hauptzahnrad, das auf dem Mitteldiff sitzt. Es ist nämlich aus Stahl!
Wenn man sich aber zwischendurch einmal die Leistungsdaten geeigneter Brushless Systeme anschaut, wird man diese "Anleihe" aus dem Verbrennerbuggy gut verstehen können. So ist zum Beispiel in den inzwischen ebenfalls angebotenen RTR Modell das System Vector8 Motor und SPX8 Competition Regler mit deutlich über 1 kW eingebaut.
Da freut man sich auch über die robust wirkenden Achsschenkel, Mitnehmer und Querstifte, denn die müssen solche Kräfte ja dann über die Reifen auf den Boden bringen.
Die Bodenplatte des Team Kit ist aus 5 mm starkem 7075 Aluminium und nahezu identisch mit der Nitro Version. Klarerweise sind alle Schraublöcher versenkt, einzig die Ausnehmung unter dem Hauptzahnrad wäre bei der Elektroversion nicht notwendig gewesen. Wenn man aber auch solche kleinen Lücken gegen das Eindringen von Staub absichern möchte, lässt sich das mit Gewebeband leicht bewerkstelligen.
Vorder- und Hinterachse sind mit Kunststoffstreben gegen das Chassis abgestützt und bilden damit eine stabile Basis für genaue Set Up Einstellungen und damit zur Abstimmung auf die jeweilige Strecke und die individuelle Fahrweise.
Und so schaut dann das Chassis mit den montierten Getrieben und Aufhängungen aus. Zugegeben, es dauert schon ein Weilchen, bis alles dort ist, wo es laut Bauplan auch hinkommen soll, aber die Passgenauigkeit der Teile ist sehr gut. Und mit gutem Werkzeug sind die beim Team Kit verwendeten Inbusschrauben auch schnell und sicher zu befestigen. Bei den metrischen Schrauben, wo Metall in Metall geschraubt wird, sollte man mittelfeste Schraubensicherung nicht vergessen, sonst kann es leicht sein, dass der S8BXe einige Schrauben während der Fahrt "abwirft".
Wie eingangs erwähnt, steht das "e" in S8BXe für den elektrischen Antrieb. Und das muss ich jetzt gleich loswerden – obwohl (oder gerade weil) ich kein Verbrennerfahrer bin:
> Das einzige, was diesem 1/8 Buggy – vielleicht – fehlt, ist der "Sound"...
...aber dazu später noch mehr!
Für das Testmodell waren dann auch 2 Stück der 2s 5300 mAh LiPos und ein SPX8 Competition Brushless Regler vorgesehen. Diese Kombination wird auch für das RTR-Modell und die BND-Version vorgeschlagen bzw. mitgeliefert. Nicht extra abgebildet, aber ebenfalls der RTR-Version entsprechend, wurde ein LRP R-7020 High Performance Servo eingebaut.
Wie man den Daten auf der Verpackung entnehmen kann, handelt es sich beim SPX8 um einen Brushless Regler für sensored Motoren. Ausgelegt für einem Nennspannungsbereich von 7,4 bis 14,8 V (entsprechend 2 - 4 LiPo Zellen) sollte man damit einen weiten Anwendungsbereich bei den 1:8 Modellen abdecken können. Mehrere Reglerprofile sind wählbar – und natürlich ungewöhnlich für 1/8 Buggies, aber ganz normal für E-Antrieb: Der Regler kann nicht nur vorwärts und Bremse, sondern auch rückwärts. Auch dazu beim Fahrtest noch mehr Details!
Die technischen Daten des Vector8 Motors lesen sich so:
– 2800 kV
– Leistung 1360 W (!)
– Wirkungsgrad 91%
– Motorwelle mit 5 mm Durchmesser
– basierend auf der neuen VTEC X12 Technologie
– optimiertes Gehäuse mit Kühlrippen
– Kühlventilator mit Unversalhalterung wird mitgeliefert
Und in der Box ist dann neben dem sehr technisch aussehenden und silbrig glänzenden Brushless Motor auch der relativ große Kühlventilator und die beiden Klemmspangen zur Befestigung zu finden. Die Befestigung des Ventilators ist auch wieder eine gute Detaillösung, denn durch das Eingreifen der Spangen in die Kühlrippen des Gehäuses kann die Position nahezu beliebig gewählt werden.
Gut überlegtes Detail am Rande: Durch die Verrippung der Motorhalterung kann man das Ritzel auch bei engebautem Motor wechseln – einfach Ritzel so drehen, dass man mit dem Inbusschlüssel zwischen den Kühlrippen der Halterung zur Inbusschraube kommt. Die Befestigungsschrauben des Motors sind leider etwas weniger gut zugänglich, die "störende" Halterung für den Regler lässt sich aber mit wenigen Handgriffen entfernen und dann steht einer sauberen Einstellung des Ritzelspiels nichts mehr im Wege.
Und für diese Einstellung sollte man sich unbedingt Zeit nehmen, denn sonst sind die beiden Stahlzahnräder schnell eingelaufen und abgenutzt oder der Motor überhitzt wegen einer zu knappen Einstellung ...
Beim Enbau der Reglers sollte man nicht nur darauf achten, dass der Anschluss des Ventilators weder mit drehenden Teilen in Berührung kommt, noch unter Zug steht, sondern auch die Anschlusskabel zu den Akkus entsprechend lang vorsehen – und natürlich auch mit genügend Abstand zum Mttelkardan verlegen.
Eine Übernahme aus dem Verbrennermodell ist die Radiobox, die für den Empfänger alleine mehr als genug Platz bietet, selbst wenn nicht so ein kleines 2,4 GHz Modell verwendet wird – auch hier sei angemerkt: Genau diese Fernsteuerung ist beim RTR-Modell auch vorgesehen. Und beim BND-Modell wird ebenfalls der kleine LRP C3 Rx Empfänger eingebaut.
Und zur Klarstellung wofür BND steht: Das ist die Abkürzung für Bind-aNd-Drive, also für ein Modell, das fahrfertig, aber ohne Sender, geliefert wird und durch einfaches "Binden" mit einem 2,4 GHz Sender von LRP oder Sanwa verwendet werden kann. Für den Fahrtest wurde das LRP C3 STX Set verwendet, das auch bei den RTR Modellen enthalten ist.
Die fertig verkabelte Elektrik und Elektronik! Platz ist jedenfalls genug vorhanden, eine kleine Schwierigkeit ist nur noch der Anschluss des Reglers – genauer des BECs im Regler – an den oder die Akkus, denn dieser (zusätzliche) Anschluss darf nur an maximal 7,4 V (gegen Minus gemessen) angeschlossen werden. Dann liefert das BEC allerdings satte 5 A und das sollte selbst für sehr kräftige Digitalservos mehr als ausreichend sein.
Meine Lösung besteht aus einer Brücke, die die beiden 2s LiPos verbindet und an die auch das BEC-Kabel zum Regler angeschlossen ist. Diese Möglchkeit hat sich als sehr praktisch erwiesen, da man mit nur einem Akku die Einstellungen an Servo und Regler vornehmen kann, ohne durchdrehende Reifen befürchten zu müssen. Und mit den LRP VTEC LiPos ist es überhaupt leicht, denn hier sind die Anschlüsse durchkontaktiert und können von beiden Seiten genützt werden.
Bei Verwendung eines 4s LiPo Akkus muss das BEC-Kabel an den Balanceranschluss der zweiten Zelle angeschlossen werden, wobei ich die Lösung mit 2 x 2s Lipo für die praktischere halte.
Noch schnell ein paar Fotos im Studio – bevor es hinaus ins Freie geht. Es könnte nämlich leicht sein, dass dann der S8BXe nicht mehr ganz so gut aussieht! Ich hoffe, dass auch die "Optik" gefällt, obwohl ich mich nicht an das "Blue is Better-Farbschema gehalten habe.
Der Fahrtest und die Dokumentation des "nacher" folgt im zweiten Teil des Berichts.
An dieser Stelle noch einmal Danke an
LRP - Blue Is Better, die uns das Testmodell samt Elektronik zur Verfügung gestellt haben. Das LRP S8BXe Team Kit wird um UVP € 499,- angeboten und zum selben UVP gibt es auch die RTR- und die BND-Version, die in der Ausstattung und in Details etwas von der hochwertigen Team Kit Ausführung abweichen.
(psr 2010)